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„Mama, kann ich das haben?“
Ich glaube, diesen Satz kennt wirklich jede Mama.
Manchmal kommt er im Supermarkt vor dem Süßigkeitenregal. Manchmal im Spielzeugladen. Manchmal steht man eigentlich nur kurz irgendwo an der Kasse – und genau dort hängt natürlich noch dieses eine kleine Ding, das das eigene Kind plötzlich unbedingt braucht.
Und dann kommt unsere typische Antwort:
„Heute nicht.“
Oder:
„Dafür musst du sparen.“
Eigentlich ein ganz normaler Satz. Aber irgendwann habe ich angefangen, darüber nachzudenken: Was bedeutet „sparen“ für ein Kind eigentlich?
Wir Erwachsenen wissen, dass Geld nicht unendlich vorhanden ist. Wir wissen, dass am Anfang des Monats Rechnungen bezahlt werden müssen, Lebensmittel Geld kosten und man manchmal auf etwas verzichten oder länger für einen Wunsch sparen muss.
Aber woher soll ein Kind das wissen?
Kinder kommen schließlich nicht auf die Welt und verstehen automatisch, warum 20 Euro heute ausgegeben werden können – oder warum es manchmal schlauer sein kann, sie noch ein paar Wochen liegen zu lassen.
Genau deshalb finde ich heute: Kindern den Umgang mit Geld beizubringen gehört genauso zum Alltag wie Zähneputzen, Aufräumen oder irgendwann alleine den Schulweg zu schaffen.
Nicht mit Angst.
Nicht mit komplizierten Finanzbegriffen.
Und schon gar nicht mit dem Anspruch, aus einem achtjährigen Kind einen kleinen Finanzberater zu machen.
Sondern spielerisch, verständlich und Stück für Stück.
Eine Idee aus einem Seminar, die mir bis heute im Kopf geblieben ist
Vor einigen Jahren habe ich selbst einmal ein Seminar zum Thema Geld besucht.
Dort wurde ein System mit mehreren Spardosen vorgestellt. Die Idee dahinter war ganz einfach: Geld sollte nicht alles in einen einzigen Topf geworfen werden, sondern unterschiedliche Aufgaben bekommen.
Ein Teil ist für Wünsche.
Ein Teil bleibt liegen.
Ein anderer Teil kann für bestimmte Ziele verwendet werden.
Ich fand das damals schon spannend.
Aber ehrlich gesagt habe ich diese Idee später als Mama noch einmal ganz anders betrachtet.
Denn was für uns Erwachsene logisch klingt, muss für ein Kind noch lange nicht logisch sein.
Deshalb habe ich angefangen, mich zu fragen:
Kann so ein Spardosen-System Kindern tatsächlich helfen, einen gesunden Umgang mit Geld zu lernen?
Und wenn ja: Ab welchem Alter?
Wie kompliziert darf es sein?
Muss ein kleines Kind wirklich schon langfristig sparen?
Und braucht es überhaupt mehr als die klassische Spardose?
Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr gefällt mir die Idee – allerdings in einer etwas vereinfachten und kindgerechten Form.
Wann sollte man mit Kindern überhaupt über Geld sprechen?
Meiner Meinung nach viel früher, als wir manchmal denken.
Damit meine ich aber nicht, dass wir einem Vierjährigen erklären müssen, wie ein Girokonto funktioniert oder warum Lebensmittelpreise steigen.
Es beginnt mit ganz kleinen Dingen.
Ein jüngeres Kind kann zum Beispiel lernen:
„Das ist Geld.“
„Damit bezahlen wir etwas.“
„Wenn wir es ausgegeben haben, ist es nicht mehr in unserer Tasche.“
Und auch:
„Wir können uns entscheiden, ob wir etwas jetzt kaufen oder noch warten.“
Das reicht am Anfang völlig.
Bei kleinen Kindern geht es erst einmal ums Verstehen
Im Kindergartenalter kann eine erste Spardose bereits spannend sein.
Eine Münze hineinwerfen.
Hören, wie sie unten landet.
Nach ein paar Wochen nachschauen, wie viel schon zusammengekommen ist.
Vielleicht auf ein kleines Spielzeug sparen.
Das macht Geld plötzlich sichtbar.
Im Grundschulalter werden eigene Entscheidungen interessanter
Mit dem ersten Taschengeld verändert sich das Ganze.
Jetzt hat das Kind plötzlich eigenes Geld.
Und genau hier beginnt etwas sehr Wertvolles.
Es kann entscheiden:
„Kaufe ich mir heute etwas Kleines?“
Oder:
„Spare ich lieber noch zwei Wochen für das größere Spielzeug?“
Dabei müssen die Entscheidungen nicht immer perfekt sein.
Ganz im Gegenteil.
Dazu komme ich gleich noch.
Ab ungefähr 10 bis 12 Jahren darf es etwas konkreter werden
Je nach Kind können jetzt auch größere Sparziele interessant werden.
Vielleicht Kopfhörer.
Ein bestimmtes Spiel.
Etwas fürs Hobby.
Ein größerer Ausflug.
Jetzt kann man gemeinsam ausrechnen:
„Das kostet 50 Euro. Du hast schon 22 Euro. Es fehlen noch 28 Euro.“
Und plötzlich bekommt Sparen ein Ziel.
Langfristiges Sparen sehe ich etwas anders
Bei diesem Punkt bin ich persönlich zurückhaltender.
Ich finde es schwierig, einem sechs-, sieben- oder achtjährigen Kind erklären zu wollen, dass es Geld am besten mehrere Jahre liegen lassen sollte.
Für uns Erwachsene ergibt das Sinn.
Für ein kleines Kind ist ein Zeitraum von fünf Jahren aber fast unvorstellbar.
Deshalb sehe ich langfristiges Sparen bei jüngeren Kindern eher als Aufgabe der Eltern.
Vielleicht beginnt das Interesse daran erst mit zwölf, dreizehn oder vierzehn Jahren richtig zu wachsen.
Dann werden Themen wie ein größeres technisches Gerät, eine Reise, der Führerschein oder später vielleicht Ausbildung und Studium plötzlich greifbarer.
Und genau deshalb würde ich ein Spardosen-System für Kinder nicht starr nach Erwachsenenregeln aufbauen.
Ist die erste Spardose überhaupt sinnvoll?
Ich finde: Ja.
Sogar sehr.
Denn eine Spardose macht etwas sichtbar, das sonst ziemlich abstrakt bleibt.
Ein Kind sieht:
Gestern waren drei Münzen drin.
Heute kommen zwei dazu.
Nach einiger Zeit ist die Dose schon deutlich voller.
Das ist etwas ganz anderes, als wenn wir einfach sagen:
„Du hast jetzt 27 Euro.“
Besonders schön finde ich Spardosen, die sich auch wieder öffnen lassen.
Vielleicht klingt das erst einmal widersprüchlich. Schließlich soll das Geld ja gerade drinbleiben.
Aber genau darin steckt für mich ein wichtiger Lernmoment.
Stell dir vor, dein Kind hat 30 Euro gespart und möchte plötzlich ein Spielzeug für 12 Euro kaufen.
Dann kann es seine Dose öffnen, das Geld herausnehmen und sehen:
Vorher waren es 30 Euro.
Nach dem Kauf sind noch 18 Euro da.
Das ist eine Erfahrung.
Keine Theorie.
Und genau dadurch verstehen Kinder Schritt für Schritt, dass jede Entscheidung mit Geld auch eine Konsequenz hat.
Eine kleine Idee in eigener Sache: „Meine erste Spardose“
Gerade weil ich das Thema so schön finde, habe ich auch eine kleine Kollektion für Kinder gestaltet: „Meine erste Spardose“.
Die Spardosen können mit dem Vornamen des Kindes personalisiert werden und sollen für mich nicht einfach nur ein hübsches Geschenk sein.
Mir gefällt besonders die Vorstellung, dass ein Kind seine eigene Dose bekommt und irgendwann sagen kann:
„Das ist mein Geld. Dafür spare ich.“
Vielleicht zum Geburtstag.
Zur Einschulung.
Zu Weihnachten.
Oder einfach als kleine Überraschung, wenn ihr gemeinsam mit dem ersten Taschengeld beginnen möchtet.
Du kannst die Dose dann zum Beispiel gemeinsam mit deinem Kind beschriften oder ein kleines Sparziel danebenstellen:
Mias Fahrrad-Sparschatz
oder
Jonas spart für sein Lego-Set
So bekommt das Sparen für Kinder plötzlich etwas Persönliches.
→ Hier kannst du meine Kollektion „Meine erste Spardose“ in meinem Etsy-Shop entdecken.
Werbung in eigener Sache

Aber natürlich braucht es für den Einstieg keine besondere Spardose. Ein Glas, eine Dose oder ein selbst gebasteltes Sparschwein funktioniert genauso. Entscheidend ist nicht das Gefäß – sondern was wir gemeinsam mit unseren Kindern daraus machen.
Mein 4-Spardosen-System für Kinder
Aus der Idee meines damaligen Seminars würde ich heute für Kinder ein einfaches 4-Spardosen-System machen.
Dabei müssen aber nicht unbedingt alle vier Dosen von Anfang an verwendet werden.
Gerade bei jüngeren Kindern finde ich zwei oder drei völlig ausreichend.
Die vierte kommt später hinzu.
Spardose 1: Für kleine Wünsche
Diese Dose darf Spaß machen.
Hier landet Geld für Dinge, die das Kind relativ kurzfristig kaufen möchte.
Zum Beispiel:
- eine Zeitschrift
- ein kleines Spielzeug
- Bastelsachen
- Sammelkarten
- ein besonderes Buch
- etwas Kleines, das gerade Freude macht
Das Kind darf bei diesem Geld relativ frei entscheiden.
Natürlich innerhalb der Regeln, die in eurer Familie gelten.
Die wichtigste Lektion dahinter ist:
Ich darf selbst entscheiden, wofür ich mein Geld ausgebe.
Spardose 2: Mein großer Wunsch
Diese Dose gefällt mir besonders gut.
Hier gibt es ein konkretes Ziel.
Vielleicht ein größeres Lego-Set.
Kopfhörer.
Ein Fahrrad.
Etwas fürs Hobby.
Oder einfach ein Spielzeug, das mehr kostet, als das Kind mit einem Taschengeld kaufen kann.
Schön ist es, wenn das Ziel sichtbar danebensteht.
Zum Beispiel:
Mein Wunsch: 60 €
Schon gespart: 25 €
Es fehlen noch: 35 €
So bekommt Sparen plötzlich einen Sinn.
Das Kind spart nicht einfach nur, weil Mama gesagt hat, dass Sparen gut ist.
Es spart für etwas.
Und genau das finde ich bei jüngeren Kindern viel verständlicher.
Spardose 3: Erlebnisse & schöne Momente
Diese Dose würde ich unbedingt ergänzen.
Denn ich möchte meinen Kindern nicht vermitteln, dass Geld nur dazu da ist, Dinge zu kaufen.
Geld kann auch Erlebnisse möglich machen.
Vielleicht möchte dein Kind für einen Kinobesuch sparen.
Fürs Schwimmbad.
Für einen Ausflug.
Für einen Freizeitpark.
Oder vielleicht für einen Nachmittag mit einer Freundin, an dem beide ein Eis essen gehen.
Ich finde diesen Gedanken besonders schön:
Kinder dürfen lernen, dass Geld nicht nur Dinge, sondern auch Erinnerungen möglich machen kann.
Und vielleicht ist genau diese Dose irgendwann sogar die liebste.
Spardose 4: Für später
Und dann gibt es noch die vierte Dose.
Die Langzeit-Spardose.
Hier würde Geld hineinkommen, das wirklich eine längere Zeit liegen bleibt.
Und genau bei dieser Dose würde ich keinen Druck machen.
Bei einem kleinen Kind darf sie sogar komplett fehlen.
Denn ganz ehrlich: Was soll ein Siebenjähriger mit dem Satz anfangen:
„Das ist dein Geld für in zehn Jahren“?
Mit zwölf, dreizehn oder vierzehn sieht die Welt schon etwas anders aus.
Dann können größere Ziele entstehen.
Ein Smartphone.
Eine Reise.
Der Führerschein irgendwann.
Ein Laptop.
Oder einfach eine erste Rücklage.
Dann kann man langsam erklären:
Nicht jedes Geld muss einen unmittelbaren Zweck haben. Manchmal ist es beruhigend, einfach etwas zurückgelegt zu haben.
Bei jüngeren Kindern würde ich diesen Teil aber hauptsächlich als Elternaufgabe sehen.
Wenn Oma beispielsweise 50 Euro zum Geburtstag schenkt, könnten wir gemeinsam sagen:
„Möchtest du einen kleinen Teil davon für später zurücklegen?“
Aber ich würde niemals heimlich einen großen Teil des Geldes wegnehmen und sagen:
„Das darfst du sowieso nicht ausgeben.“
Denn wenn wir Kindern den Umgang mit Geld beibringen wollen, gehört für mich auch Transparenz dazu.
Wie viel Geld kommt in welche Dose?
Hier würde ich bewusst keine feste Regel daraus machen.
Ich weiß, dass es Systeme gibt wie:
50 Prozent sparen.
30 Prozent ausgeben.
20 Prozent investieren.
Aber für Kinder finde ich solche Regeln oft viel zu theoretisch.
Nehmen wir einfach 10 Euro Taschengeld.
Bei einem jüngeren Kind könnten beispielsweise:
- 4 € in die Dose für kleine Wünsche
- 4 € zum größeren Sparziel
- 2 € für Erlebnisse
gehen.
Die Langzeit-Spardose lassen wir einfach noch weg.
Bei einem älteren Kind könnten aus 20 Euro vielleicht:
- 5 € für kleine Wünsche
- 7 € fürs aktuelle Sparziel
- 4 € für Erlebnisse
- 4 € langfristig
werden.
Aber auch das ist nur ein Beispiel.
Viel wichtiger finde ich die Frage:
„Wie möchtest du dein Geld aufteilen?“
Vielleicht überrascht dich die Antwort deines Kindes sogar.
Und was machen wir mit Geburtstagsgeld von Oma?
Das ist ebenfalls so ein schönes Alltagsthema.
Das Kind bekommt zum Geburtstag 50 Euro und plötzlich stehen wir wieder vor der Entscheidung:
Alles sparen?
Alles ausgeben?
Ich würde versuchen, daraus ein Gespräch zu machen.
Zum Beispiel:
„Du hast 50 Euro bekommen. Möchtest du dir davon etwas kaufen? Gibt es gerade einen größeren Wunsch? Möchtest du einen Teil aufheben?“
Vielleicht entscheidet sich dein Kind für:
15 Euro zum Ausgeben.
20 Euro fürs große Sparziel.
5 Euro für einen Ausflug.
10 Euro für später.
Vielleicht entscheidet es aber auch ganz anders.
Und genau das ist in Ordnung.
Es geht nicht darum, dass das Kind unsere perfekte Aufteilung übernimmt.
Es soll lernen, über Geld nachzudenken.
Manchmal müssen Kinder ihr Geld auch „falsch“ ausgeben dürfen
Dieser Punkt fällt uns Eltern wahrscheinlich besonders schwer.
Das Kind steht vor einem Spielzeug.
Du weißt ganz genau:
Das wird morgen in irgendeiner Ecke liegen.
Dein Kind weiß aber genauso genau:
„Das brauche ich!“
Und jetzt?
Natürlich dürfen wir beraten.
Vielleicht fragen:
„Bist du sicher?“
„Du wolltest doch eigentlich für etwas anderes sparen.“
Aber wenn es sich um einen überschaubaren Betrag handelt, finde ich, dass Kinder auch einmal eine schlechte Kaufentscheidung treffen dürfen.
Denn dann passiert etwas sehr Wertvolles.
Zwei Tage später kommt vielleicht:
„Mama, ich hätte lieber doch das andere gekauft.“
Und genau dort beginnt Lernen.
Nicht durch unseren Vortrag.
Sondern durch Erfahrung.
Ganz ehrlich: Lieber trifft mein Kind mit acht Jahren eine schlechte Entscheidung über zehn Euro als mit zwanzig Jahren seine erste schlechte Geldentscheidung über mehrere Tausend Euro.
Die kleine Warte-Regel gegen spontane Wünsche
Bei größeren Wünschen finde ich eine kleine Wartezeit hilfreich.
Nicht als Strafe.
Sondern als Denkpause.
Vielleicht sagt ihr:
„Wenn du es morgen noch genauso gerne möchtest, schauen wir noch einmal.“
Oder bei größeren Beträgen:
48 Stunden warten.
Dann könnt ihr gemeinsam überlegen:
Willst du es immer noch?
Hast du etwas Ähnliches?
Ist dir dein anderes Sparziel wichtiger?
Wie viel Geld bleibt danach übrig?
Manchmal verschwindet ein riesiger Wunsch innerhalb eines Tages fast von selbst.
Wir Erwachsenen kennen das übrigens genauso gut.
Unser kleines Geld-Ritual
Was ich mir für Kinder ebenfalls schön vorstellen kann, ist ein kleines Geld-Ritual.
Nicht jede Woche.
Vielleicht einmal im Monat.
Zehn Minuten reichen völlig.
Ihr öffnet gemeinsam die Spardosen.
Zählt das Geld.
Schaut euch das Sparziel an.
Vielleicht schreibt ihr auf:
Letzten Monat: 24 €
Heute: 31 €
Und schon sieht dein Kind seinen Fortschritt.
Das Ganze muss überhaupt nichts Lehrbuchmäßiges haben.
Vielleicht sitzt ihr dabei am Küchentisch mit Kakao und Keksen.
Und irgendwann entstehen ganz selbstverständlich Gespräche:
„Warum möchtest du dafür sparen?“
„Was würdest du lieber kaufen?“
„Wie lange brauchst du noch?“
Genau solche kleinen Gespräche sind für mich echte finanzielle Bildung.
Was Kinder dabei ganz nebenbei lernen
Das Schöne an diesem System ist: Eigentlich lernen Kinder viel mehr als nur Sparen.
Sie lernen Geduld.
Ein Wunsch muss nicht immer sofort erfüllt werden.
Sie lernen Prioritäten.
Was ist mir wichtiger?
Sie lernen Verantwortung.
Das ist mein Geld und meine Entscheidung.
Sie lernen Konsequenzen.
Wenn ich zehn Euro ausgebe, fehlen diese zehn Euro für etwas anderes.
Sie lernen Planung.
Wie lange muss ich noch sparen?
Und vielleicht lernen sie irgendwann sogar etwas, das uns Erwachsenen manchmal ebenfalls schwerfällt:
Nicht jeder Wunsch muss sofort erfüllt werden, nur weil wir ihn gerade haben.
Was ich meinen Kindern über Geld nicht vermitteln möchte
Beim Thema Geld gibt es noch etwas, das mir persönlich sehr wichtig ist.
Ich möchte nicht, dass Kinder ständig hören:
„Wir haben kein Geld.“
„Das können wir uns sowieso nicht leisten.“
„Dafür reicht unser Geld nie.“
Natürlich gibt es finanzielle Grenzen. Gerade als alleinerziehende Mama weiß man sehr genau, dass man nicht einfach alles kaufen kann.
Aber Sprache macht etwas mit uns.
Ich möchte meinen Kindern lieber vermitteln:
„Dafür möchten wir unser Geld gerade nicht ausgeben.“
Oder:
„Wenn es dir wichtig ist, überlegen wir, wie du dafür sparen kannst.“
Oder:
„Wir können nicht alles gleichzeitig haben. Deshalb entscheiden wir, was uns wichtig ist.“
Das fühlt sich für mich ganz anders an.
Nicht nach Mangel.
Sondern nach Entscheidung.
Und vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Lektionen über Geld überhaupt.
Was ich aus meinem Geld-Seminar heute als Mama mitnehme
Wenn ich heute an dieses Seminar von damals zurückdenke, finde ich die Grundidee mit mehreren Spardosen immer noch richtig gut.
Aber ich sehe sie nicht mehr so streng.
Ich möchte meinen Kindern kein kompliziertes Finanzsystem überstülpen.
Das 4-Spardosen-System soll ein Werkzeug sein.
Kein Regelbuch.
Bei einem kleinen Kind reichen vielleicht zwei Dosen.
Später werden daraus drei.
Und irgendwann kommt die vierte dazu.
Genauso darf es sein.
Denn finanzielle Bildung bedeutet für mich nicht, einem Kind möglichst früh möglichst viele Finanzregeln beizubringen.
Es bedeutet, es langsam zu befähigen, eigene Entscheidungen zu treffen.
Fazit: Vielleicht beginnt alles mit einer kleinen Spardose
Wenn ich darüber nachdenke, brauchen Kinder wahrscheinlich gar keinen perfekten Finanzunterricht.
Vielleicht beginnt der Umgang mit Geld viel einfacher.
Mit der ersten Münze in der Spardose.
Mit dem ersten selbst bezahlten Eis.
Mit einem Spielzeug, für das mehrere Wochen gespart wurde.
Vielleicht auch mit den zehn Euro, die einmal für etwas ausgegeben wurden, das sich im Nachhinein als ziemlich unnötig herausgestellt hat.
All diese kleinen Erfahrungen gehören dazu.
Und irgendwann wird aus:
„Mama, kannst du mir das kaufen?“
vielleicht:
„Ich spare dafür.“
Ich glaube, genau dort beginnt etwas Wertvolles.
Nicht nur das Sparen.
Sondern das Verständnis dafür, dass Geld uns Entscheidungen ermöglicht – und dass wir lernen können, diese Entscheidungen selbst zu treffen.
Vielleicht braucht es dafür am Anfang tatsächlich nicht mehr als eine kleine Spardose auf dem Regal, einen Wunsch im Kopf und unsere Bereitschaft, darüber miteinander zu sprechen.
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